Prämierung Excellence Stage MBPW 2009
Sechs strahlende Siegerteams standen am Ende des Münchener Business Plan Wettbewerbs 2009 auf der Bühne! Zum großen Finale am 30. Juli wurden der MBPW und sein Netzwerk nach Unterschleißheim eingeladen, von der Innovative Community Unterschleißheim ICU e.V. und ins BallhausForum Munich von Dolce Hotels and Resorts. Rund 280 Gäste folgten der Einladung, um die nominierten Teams, die Sieger und den Abschluss der MBPW-Saison in festlichem Ambiente und mit interessanten Gesprächspartnern zu feiern.
Herzlich begrüßt wurden die Gäste von Kerstin Pirker, der Organistorin des Abends und beim MBPW verantwortlich für das Eventmanagement. Im Namen der Stadt Unterschleißheim wandte sich Rolf Zeitler, Erster Bürgermeister der Stadt Unterschleißheim und Vorsitzender des ICU e.V. ans Publikum. Im Netzwerk des ICU haben sich innovative, lokal ansässige Unternehmen mit globalem Anspruch zusammen geschlossen und Unterschleißheim in den letzten neun Jahren zu einem Zentrum innovativer Technologien entwickelt. „Es ist eine Ehre für uns, so viele Repräsentanten von unternehmerischem Wissen, neuen Ideen und Wegen hier versammelt zu sehen“, so Rolf Zeitler.

- Kerstin Pirker, MBPW GmbH

- Rolf Zeitler, 1. Bürgermeister Unterschleißheim
Aus dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie sprach Dr. Gerd Gruppe, Ministerialdirigent. „Junge Unternehmen sind das Salz in der Suppe beim Thema Wirtschaft!“ betonte er und bedankte sich ausdrücklich bei den Sponsoring-Partnern des MBPW. Bayern, so Dr. Gerd Gruppe, habe zwar im bundesweiten Vergleich einen Anstieg von High-Tech Unternehmensgründungen zu verzeichnen, aber der Benchmark sei der internationale Vergleich, bei dem man noch aufholen könne. Die Bayerische Staatsregierung fördere deshalb seit Jahren eine Vielzahl von Initiativen und habe über 140 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Er ermunterte die Gründer: „Die Wirtschaft lebt davon, dass es Jungunternehmer wie Sie gibt, die den Etablierten Beine machen!“

- Dr. Gerd Gruppe, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

- Dr. Hendrik Brandis, Earlybird Venture Capital
„Die Menschen machen den Unterschied!“ Davon zeigte sich auch Dr. Hendrik Brandis, Earlybird Venture Capital, überzeugt. In seiner Keynote legte der erfahrene Investor den Gründern nahe, welche Eigenschaften einen guten Unternehmer ausmachen: nicht nur die Fähigkeit, analytisch zu denken, sondern auch eine gute Intuition und die Bereitschaft, sie einzusetzen, sind seiner Erfahrung nach erfolgsentscheidend. Außerdem seien Begeisterungsfähigkeit, Energie und Führungsfähigkeit gefragt. Die Bedeutung dieser Softskills belegte er mit harten Zahlen. Nach einer eigenen Studie unter gescheiterten Gründungen lag der Misserfolg bei rund zwei Dritteln an Management-Fehlern. Um ein möglichst schlagkräftiges Gründerteam zu bilden, riet Dr. Hendrik Brandis: „Suchen Sie nach Menschen mit komplementären Fähigkeiten und Erfahrungen!“
Wie die Stadt Unterschleißheim sich zu einem begehrten und bekannten Hightechstandort entwickeln konnte, erzählten drei Vertreter der Innovative Community Unterschleißheim. Dolce Hotel and Resorts, ein weltweit tätiges Unternehmen, bietet mit dem BallhausForum Munich eines der flexibelsten Konferenzzentren Europas, ausgestattet mit moderner Architektur und Technik. Im nächsten Frühjahr wird zudem das Dolce Munich-BallhausForum Hotel eröffnet. „Wir sind also teilweise auch ein Start-up Unternehmen“, erklärte Thorsten Kahl, Dolce Hotels and Resorts, schmunzelnd. Er wies auch auf die Vielseitigkeit des Standorts Unterschleißheim hin: „Die Nähe zum Flughafen und zur Allianz Arena machen uns nicht nur für Geschäftskunden, sondern auch für Kurzurlauber attraktiv!“

- v.l. Thorsten Kahl (Dolce Hotels and Resorts), Michael Silbermann (Microsoft Deutschland GmbH), Stefan Lange (Kreissparkasse München Starnberg) und Werner Arndt, MBPW GmbH
Michael Silbermann, Microsoft Deutschland GmbH, schätzt neben der Infrastruktur der Stadt vor allem die „Möglichkeit, hier weiter zu expandieren.“ Auch der Netzwerkgedanke gehört bei Microsoft zur unternehmerischen Strategie: „Wir haben ein großes Netzwerk von über 33.000 Kunden und Partnern.“ Mit den beiden Initiativen „BizSpark“ – dafür wurde der MBPW als ein Partner ausgewählt - und „Unternimm was“ unterstützt Microsoft auch Gründer und junge Unternehmen: „Wir schaffen einen Marktzugang für diese Unternehmen und viele davon werden später selbst Partner in unserem internationalen Netzwerk.“ Auch die Kreissparkasse München Starnberg unterstützt gerne Unternehmensgründer und hat sich auch in der Finanzmarktkrise als Partner bewährt. „Wir haben keine Kreditklemme, sondern haben in der letzten Zeit viele Kunden dazu gewonnen. Für Gründer ist es sicher interessant, dass wir auch eine Beteiligungsgesellschaft haben“, so Stefan Lange, Kreissparkasse München Starnberg. Die Aussichten seien weiterhin gut, das habe sich auch auf der aktuellen Halbjahreskonferenz mit sichtlich positiv gestimmtem Vorstand und Verwaltungsrat gezeigt.
Dass die Krisenstimmung nicht auf die gesamte Wirtschaft übergegriffen hat, zeigen auch die Bilanzen des Münchener Business Plan Wettbewerbs, die Werner Arndt, Geschäftsführer des MBPW vorstellte. Die Teilnehmerzahlen blieben 2009 stabil, in der Development Stage – Stufe 2 gab es sogar die höchste Beteiligung seit dem Jahrtausendboom. In der Excellence Stage – Stufe 3 hatten 72 Teams eingereicht, von denen 14 nominiert wurden. Auch im Alumni-Netzwerk der ehemaligen Teilnehmer am MBPW mit ihren Unternehmen ist die Stimmung insgesamt positiv. In einer aktuellen Blitz-Umfrage des MBPW gaben 48 Prozent der Befragten an, sich von der aktuellen Krise nicht negativ betroffen zu fühlen. Vor allem kleine Untenehmen sehen auch Chancen für sich und verzeichnen ein steigendes Interesse von großen Partner-Unternehmen und Investoren, die ihre Flexibilität, Qualität und Transparenz jetzt mehr schätzen. Der allergrößte Teil – in der Befragung 88 Prozent – sieht die zukünftige Entwicklung ihres Unternehmens „eher optimistisch“. Insgesamt haben mittlerweile über 600 ehemalige Teilnehmer am MBPW ihre Businesspläne in Unternehmensgründungen umgesetzt, damit rund 4.580 Arbeitsplätze geschaffen und rund 590 Millionen Euro an Gründungs- und Wachstumskapital erhalten.

- Werner Arndt, MBPW, mit dem Team Chromotek GmbH

- Markus A. Schilling, MBPW, mit dem Team Corrmoran GmbH
Einen Beitrag zu dieser Erfolgsbilanz werden sicher die sechs Gründerteams leisten, die am 30. Juli prämiert wurden. In der Kategorie Sprinter siegte das Team „Nature & Cool“ mit einem innovativen Gebäudeklimatisierungssystem. Die Gründer bezeichnen ihr System als „das weltweit erste, faktisch CO2 neutrale, niedrigenergie-basierte Gebäude-Klimatisierungssystem“. Mit Hilfe von Solarenergie und Geothermie ermöglicht das System, den Schadstoffausstoß und Energiekosten bei der Kühlung zu senken. Das Team hat sich im Rahmen eines durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts "Nullenergieheizhaus" gefunden. Das Nature & Cool System ist bereits auf dem Markt eingeführt, formal soll das Unternehmen bis Herbst gegründet werden. Den zweiten Platz Sprinter machte die „NanoTemper Technologies GmbH“, eine Ausgründung aus der Ludwig-Maximilians-Universität LMU München im Bereich Life Science. Das Team hat ein Verfahren gefunden, um die Entwicklung von Medikamenten zu beschleunigen, indem die Analyse von kleinsten Molekülen und Messungen direkt im Blutserum vorgenommen werden können. Das drittplatzierte Team „Scheibenintegrierter Sonnenschutz für Hochhäuser – tecshade“ hat wie der erste Sieger ein System, das die Energiekosten für die Kühlung in Großgebäuden senkt. Tecshade bietet eine Sonnenschutzlösung, die in die Fassade integriert werden kann.
Auf Platz eins der Kategorie Marathon steht die „Chromotek GmbH“. Das Team will „neue Maßstäbe in der biomedizinischen Forschung und pharmazeutischen Wirkstoffentwicklung setzen.“ Auf Basis ihrer Chromobody®-Technologie bietet die Chromotek GmbH neuartige Forschungsreagenzien für Untersuchungen in lebenden Zellen an. Die grundlegende Idee ist nach Aussage des Wissenschaftler-Teams aus der LMU eine „Zufalls-Erfindung“ im Labor. Die zweitplatzierte Corrmoran GmbH hat eine online Korrosionsmessung auf der Basis elektrochemischer Verfahren entwickelt. Damit können zum Beispiel Müllverbrennungsanlagen erstmals die Schäden, die bei der Verbrennung an Bauteilen entstehen, rechtzeitig messen und beheben. Den dritten Platz machte das Team „siqens“, das „die nächste Generation von Brennstoffzellen“ entwickelt. Statt eines Verbrennungsmotors sollen in Zukunft Brennstoffzellen in Verbindung mit der Hybrid-Technologie für mobilen Antrieb sorgen.
Die Sieger erhielten nicht nur Geldprämien im Gesamtwert von über 70.000 Euro, sondern auch wertvolle – und vor allem unternehmerisch nützliche - Sachpreise. Beratungsleistungen erhalten sie von der Unternehmensberatung vor-sprung, der internationalen Anwaltssozietät White & Case und Rödl & Partner Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung. Zwei hochwertige Notebooks erhielten die ersten Sieger außerdem von TesalsIT Systemhaus. Mehr über die Sieger
Bevor sich die Gäste der Prämierungsfeier zum Networking zusammen fanden, stellte Werner Arndt das gesamte Team des MBPW vor und stimmte das Netzwerk auf eine spannende und ereignisreiche neue Saison des MBPW 2010 mit einigen Erweiterungen und neuen Angeboten ein. Der Startschuss fällt im Oktober 2009.






